Sattelarten

Springsattel kaufen: Blattlage, Pauschen und Balance

Vorgestelltes Blatt, flacher Sitz, Kniepauschen: Woran du einen guten Springsattel erkennst und wie du ihn auf deine Bügellänge abstimmst.

Reiterin im leichten Sitz auf einem Fuchs beim Sprung über ein Hindernis auf dem Turnierplatz
Im leichten Sitz muss der Sattel dich nach vorn lassen – ohne dass du die Balance verlierst.

Beim Springen verändert sich deine Position ständig: Zwischen den Sprüngen sitzt du, in der Anreitephase gehst du in den leichten Sitz, über dem Sprung klappst du nach vorn. Ein Springsattel muss all das zulassen, ohne dich aus der Balance zu bringen.

Das vorgestellte Sattelblatt

Das Blatt eines Springsattels ist deutlich nach vorn geschnitten, weil dein Knie mit kurzem Bügel weiter vorn liegt als in der Dressur. Je kürzer du schnallst, desto stärker vorgestellt muss das Blatt sein.

Der Test ist simpel: Stell die Bügel auf deine Springlänge ein, setz dich in den Sattel und geh in den leichten Sitz. Dein Knie muss vollständig auf dem Blatt liegen und darf die Vorderkante nicht überragen. Hängt dein Knie über den Rand, ist das Blatt zu gerade geschnitten – ein Fehler, den auch die beste Polsterung nicht ausgleicht.

Flacher Sitz, aber nicht flach wie ein Brett

Der Sitz eines Springsattels ist flacher als der eines Dressursattels, damit du dich frei bewegen kannst. Zu flach wird er, wenn du bei der Landung keinen Halt mehr findest und auf dem Sattel hin und her rutschst. Die meisten Reiter kommen mit einem moderat flachen Sitz am besten zurecht: genug Mulde, um den Schwerpunkt zu finden, genug Fläche, um sie zu verlassen.

Pauschen: Knieblock und Wadenpausche

Springsättel haben meist eine Kniepausche vorn und oft eine kleinere Wadenpausche hinten. Die Kniepausche soll verhindern, dass dein Bein bei der Landung nach vorn rutscht – sie soll dich aber nicht einsperren.

  • Ein Finger breit Platz zwischen Knie und Pausche im leichten Sitz ist richtig.
  • Klemmt das Knie, verlierst du die Beweglichkeit im Sprunggelenk und federst nicht mehr ab.
  • Viele Modelle haben Klettpauschen, die sich versetzen lassen. Frag danach, bevor du kaufst.

Balance des Sattels prüfen

Stell den Sattel auf einen ebenen Boden und sieh von der Seite darauf. Der tiefste Punkt der Sitzfläche sollte mittig liegen. Auf dem Pferd prüfst du das gleiche noch einmal – kippt der Sattel nach hinten, deutet das auf eine zu enge Kammer hin, siehe Kammerweite erkennen.

Gurtung und Sattelblattlänge

Springsättel werden kurz gegurtet, das Schnallenpaket liegt unter dem Blatt. Achte darauf, dass die Schnallen flach aufliegen und nicht unter deinem Oberschenkel drücken. Bei kurzen Beinen kann ein kürzeres Blatt sinnvoll sein; die Sitzgröße bleibt davon unberührt – wie sich beides unterscheidet, erklärt Sitzgröße bestimmen.

Sattelblattlänge und Beinlänge

Die Sitzgröße sagt nichts darüber aus, wie lang das Sattelblatt geschnitten ist. Reiter mit langen Oberschenkeln brauchen ein längeres Blatt, damit der Unterschenkel nicht unter der Kante herausragt. Reiter mit kurzen Beinen geraten auf einem zu langen Blatt in Konflikt mit der Pausche. Viele Hersteller bieten dieselbe Sitzgröße in zwei bis drei Blattlängen an – frag ausdrücklich danach, es steht selten prominent in der Produktbeschreibung.

Die Auflage am Pferderücken

Springsättel haben oft kürzere Kissen als Dressursättel, weil der Rücken im Sprung stärker aufwölbt. Das darf aber nicht dazu führen, dass die Auflagefläche zu klein wird: Beim Landen wirkt ein Vielfaches deines Körpergewichts auf den Rücken. Achte auf gleichmäßige, ausreichend lange Kissen und einen durchgehend freien Wirbelkanal. Wie stark die Belastung im Sprung wirklich ist, ordnet Reitergewicht und Schwerpunkt ein.

Pflege nach dem Training

Springsättel werden nass – von Schweiß, Regen und Sand. Wisch das Leder nach jedem Training ab und fette es alle vier bis sechs Wochen. Besonders die Strupfen und die Bügelriemen gehören regelmäßig kontrolliert: Sie tragen im Sprung die größte Last. Die Schritt-für-Schritt-Routine steht in Ledersattel pflegen.

Wenn du beides reitest

Wer regelmäßig springt und Dressur arbeitet, steht vor der Frage nach zwei Sätteln. Die Abwägung nimmt dir der Ratgeber Springsattel oder Vielseitigkeitssattel ab.

Die aktuell lieferbaren Modelle findest du bei den Springsätteln. Zwischen zwei Favoriten? Unsere Sattler bringen beide zur Anprobe an deinen Stall.

Häufige Fragen

Wie flach sollte der Sitz eines Springsattels sein?

Flach genug, dass du dich frei vor und zurück bewegen kannst. Ein tiefer Sitz behindert im leichten Sitz und über dem Sprung die Bewegung nach vorn.

Woran merke ich, dass das Blatt zu weit vorgestellt ist?

Dein Knie liegt hinter der Pausche und dein Unterschenkel rutscht nach hinten. Umgekehrt schiebt ein zu gerades Blatt dein Knie über die Vorderkante.

Kann ich mit einem Springsattel Dressur reiten?

Für Gymnastizierung ja, für ernsthafte Dressurarbeit nicht. Das vorgestellte Blatt verhindert die lange Beinlage, die eine feine Schenkelhilfe braucht.

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Was Kundinnen und Kunden sagen

4,7von 5

6 Bewertungen

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  • Der Sattler ist zu uns an den Stall gekommen und hat sich für die Anprobe zwei Stunden Zeit genommen. Drei Modelle probiert, eins hat gepasst. Mein Wallach läuft seitdem deutlich freier über den Rücken.
    Katrin M.Dressur · Landkreis Rosenheim · August 2026Dressursattel
  • Ich hatte die Blattlage online falsch eingeschätzt. Nach einem Telefonat wurde umgetauscht, ohne Diskussion. Das zweite Modell passt zu meiner Bügellänge und ich sitze endlich ruhig in der Landung.
    Jonas R.Springen · Münsterland · Juli 2026Springsattel
  • Meine Stute hatte über den Sommer kräftig Muskulatur aufgebaut, der Sattel kippte nach hinten. Statt mir einen neuen zu verkaufen, wurde nachgepolstert. Terminfindung hat etwas gedauert, das Ergebnis stimmt.
    Sabine W.Freizeit · Bodensee · Juli 2026Sattelservice – Nachpolstern